Kaninchen-Doctor

Krankheitsvorbeugung    

Die Krankheitsprophylaxe ist der wichtigste Teil, bei dem jeder Tierhalter seinen Beitrag zur Erhaltung seines Bestandes tun muss.

1.    Einhaltung einer allgemeinen Hygiene im Stall und ev. Auslauf.

Regelmässiges Misten ( 1-2 mal pro Woche ) damit die Tiere trocken haben, sauberes Wasser und gutes Futter sollte selbstverständlich sein.

 

2.    Grundkenntnis von Krankheiten und deren Behandlung.

Trommelsucht

Trommelsucht ist auch bekannt als Blähsucht oder Tympanie. Die Bezeichnung wird wohl daher abgeleitet, dass die Kaninchen bei akuter Trommelsucht mit den Hinterläufen klopfen (eine weitere Erklärung wäre, dass es klopfende Geräusche gibt wenn die Gase abgehen).

Was löst die Trommelsucht aus?

Meist entsteht die Trommelsucht wenn ungewohntes Frischfutter oder Trockenfutter in solchen Mengen gegeben wird, dass der Darm überfordert ist, es kommt zu starken Fehlgärungen im Darm. Vor allem im Sommer müssen die Tiere vor dem Raussetzen erst langsam an frisches Gras etc. gewöhnt werden, sonst entstehen diese schmerzhaften Blähungen sehr schnell. Stark blähendes/gährfähiges Futter wie Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebelgewächse, Klee und feiner Rasenschnitt sowie angegorenes, gefrorenes oder erwärmtes Gras verursachen oft solche gefährlichen Blähungen.

Ebenso kann es auch bei vorhandenen anderen Krankheiten wie Zahnfehlstellungen etc. zu Trommelsucht kommen, da dann ja auch eine Nahrungsumstellung stattfindet.

Ein Grund für Trommelsucht kann auch gespritztes und nur unzureichend gewaschenes Gemüse oder Obst sein (also eine Vergiftung). Oder nicht gut abgetrocknetes Gemüse und Grünfutter.

Seltener ist eine Bakterielle Infektion der Grund für Trommelsucht.

Anzeichen von Trommelsucht?

Kaninchen zeigen eine Trommelsucht sehr deutlich an. Gut zu ertasten und oft auch zu sehen ist eine Aufblähung des Bauches, die Bauchdecke ist stark gespannt. Kaninchen verweigert bei akuter Tympanie die Nahrungsaufnahme. Die Tiere bekommen nicht selten Atemnot oder auch eine Kreislaufschwäche, sie liegen dann mit starker Flankenatmung, oft mit panisch aufgerissenen Augen oder schon teilnahmslos im Gehege. Sie schlagen mit den Hinterläufen und knirschen bei starken Kolikschmerzen auch mit den Zähnen.

Wichtig:

Stellen Sie Trommelsucht bei Ihren Kaninchen fest, müssen Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen. Eine starke Trommelsucht kann innerhalb weniger Stunden zum Tode des Tieres führen! Bei Trommelsucht darf kein Antibiotika angewendet werden.  Ihr Tierarzt wird dem Tier ein entkrampfendes und entblähendes Mittel geben.

Sofortmaßnahmen bei Trommelsucht:

Grün- und Saftfutter muss sofort abgesetzt werden. Heu und Wasser sollte immer im Käfig vorhanden sein.

Darmflora:

Die beschädigte Darmflora des erkrankten Tieres muss wieder aufgebaut werden. Dazu gibt es vom Veterinär Medikamente.

Für einen Zeitraum von mindestens 7 Tagen darf das Kaninchen ausschließlich Wasser/Tee und Heu zu sich nehmen! Um das Tier wieder an Frischfutter zu gewöhnen wenn der Trommelsucht sich gebessert hat ist gibt man sehr kleine Stückchen Fenchel, Reibeäpfel (kurz zum Anbräunen stehen lassen), dazu geriebene Karotte

 

 

Kokzidiose bei Kaninchen

Die Kokzidiose gehört zu den bedeutendsten parasitären Erkrankungen des Kaninchens, da sie praktisch in jeder Haltungs- und Nutzungsform vorkommt. Kokzidien sind Einzeller, die in den Zellen der Darmschleimhaut (Darmkokzidiose) oder der Gallengänge (Leberkokzidiose) schmarotzen. Sie entwickeln sich in einem mehrphasigen, komplizierten Zyklus, an dessen Ende sogenannte Oocysten mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese reifen innerhalb von ein bis sechs Tagen in der Einstreu und werden dann als infektionstüchtige Stadien von den Tieren aufgenommen. Für Jungtiere stellt das verschmutzte Gesäuge der Häsin eine gefährliche Infektionsquelle dar.

Viele Kaninchen sind mit den Erregern der Darmkokzidiose latent infiziert, das heißt sie scheiden die Erreger in großen Mengen aus, ohne selbst zu erkranken. Kommt es jedoch zu einer Belastung der Tiere durch Infektionen, Transportstress oder Fütterungsfehler, bricht die Erkrankung aus.

Bei geringgeradigem Befall verläuft die Erkrankung symptomlos. Sind aber ausgedehnte Darmschleimhautbezirke durch die Kokzidienbesiedlung entzündet, kann die Nahrung nicht mehr richtig verdaut und ausgenutzt werden. Die erkrankten Tiere verlieren an Gewicht und leiden unter schleimigem bis blutigem Durchfall. Ist die Darmflora geschädigt, können sich auch bakterielle Infektionen ausbreiten, die mit starker Gasbildung im Darm einhergehen. Jungtiere erkranken am schwersten. Unter ihnen kann die Sterblichkeitsrate bis 100 Prozent betragen.

Bei der Leberkokzidiose steht eine ausgedehnte Entzündung der Gallengänge und eine Leberschwellung im Vordergrund. Damit verbunden ist eine schwere Störung des Allgemeinbefindens. Die Tiere magern ab, Durchfälle sind aber selten. Bei dieser Form der Kokzidiose sind ältere Tiere stärker betroffen als Jungtiere. Nach einem Krankheitsverlauf von mehreren Wochen kann auch die Leberkokzidiose tödlich enden.

Durch mikroskopische Kotuntersuchung weist der Tierarzt die Erkrankung nach. Zur Therapie werden Sulfonamidpräparate eingesetzt. Der Infektionskreislauf muss durch gründliche Käfighygiene und Desinfektion unterbrochen werden. In größeren Beständen verhindern Bodenlaufgitter, daß infektiöser Kot oder infizierte Einstreu aufgenommen wird. Die in der Heimtierhaltung übliche Einstreu muss täglich ausgewechselt werden. Eine gründliche Käfigdesinfektion mit kochendem Wasser tötet Oocysten zuverlässig ab.

Die in die Umwelt abgegebenen Oocysten sind sehr widerstandsfähig, so dass die Einschleppung in einen kokzidienfreien Bestand nicht nur über zugekaufte Tiere, sondern auch über Frischfutter und mangelhaft gereinigte Futternäpfe und Käfige erfolgt. Größtmögliche Sauberkeit ist zur Vorbeugung besonders wichtig. Grünfutter und Heu sollten grundsätzlich nicht mit der Einstreu in Berührung kommen und über Futterraufen angeboten werden.

Für neu zugekaufte Tiere empfiehlt sich zunächst die Unterbringung in einem separaten Käfig, bis eine Kotuntersuchung die Kokzidienfreiheit bestätigt oder eine erfolgreiche Behandlung durchgeführt ist.

 

 

Adressen:

 

Institut für Veterinärbakteriologie                                        Institut für Tierpathologie 

 

Winterthurerstr. 270                                                            Länggassstr.122

 

8052 Zürich                                                                         3012 Bern

 

044 635 86 01                                                                      031 631 25 15

 

Folgende Angaben müssen vorhanden sein:

 

1.        Vollständige Adresse und Telefonnummer des Absenders

 

2.        Alter des Tieres, Art der Erkrankung, Symtome wie Durchfall, Fressunlust, Schnupfen usw.

 

3.        Die Einlieferung muss gut verpackt, mit dem Antrag per Express verschickt werden.