Ökologische Infrastruktur

Ökologische Infrastruktur

 

Ökologischer Lebensraum Grundlage des Lebens           Birdlife Schweiz

Der Verlust genetischer Vielfalt ist eine grössere Bedrohung als der Klimawandel

Die Ökologische Infrastruktur ist das Thema der neuen BirdLife-Kampagne ab 2020. BirdLife Schweiz möchte auf allen Ebenen mithelfen, dass dieses wichtige Netzwerk aus Schutz- und Vernetzungsgebieten baldmöglichst aufgebaut wird.

Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten der Schweiz stehen heute auf der Roten Liste. Viele Lebensräume sind auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Verbreitung zusammengeschrumpft. Die Schweiz steht zudem mit nur rund 6% Schutzgebietsflächen in Europa mit Abstand als Letzte aller Länder da. Der Handlungsbedarf ist riesig. Genauso wie es im Verkehr, bei der Bildung oder bei der Energie eine bestimmte Infrastruktur braucht, braucht es auch bei der Natur ein ausreichendes Mass an naturnahen Flächen, die miteinander verbunden sind, damit Tiere und Pflanzen überleben können.

Der Aufbau einer Ökologischen Infrastruktur soll zusammen mit einer naturnahen Nutzung der ganzen Landesfläche und der Artenförderung für die langfristige Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt sorgen. Insbesondere gewährleistet sie in allen Regionen die Sicherung der prioritären und gefährdeten Lebensräume und Arten in überlebensfähigen Beständen.

Die Ökologische Infrastruktur ist ein landesweites, zusammenhängendes Netz von Flächen, welche für die Biodiversität wichtig sind. Das Netzwerk setzt sich aus einem Verbund von Teil-Netzwerken zusammen, die sich auf die Lebensraum-Ansprüche von Arten von nationaler Priorität, auf Lebensgemeinschaften und Ökosysteme abstützen. Sie umfasst nach einheitlichen Kriterien ausgewiesene, ökologisch und räumlich repräsentative Kerngebiete (Schutzgebiete), Trittsteine (kleinere Gebiete) und Vernetzungsgebiete. Diese sind von ausreichender Quantität und Qualität und sind so im Raum verteilt, dass sie von den entsprechenden Arten genutzt werden können.

Die Ökologische Infrastruktur trägt den Entwicklungs- und Mobilitätsansprüchen der einheimischen Arten Rechnung und sichert langfristig die Funktions- und Erneuerungsfähigkeit der Lebensräume, auch unter sich verändernden Bedingungen wie beispielsweise dem Klimawandel. Die Kerngebiete umfassen mindestens 17% der Landesfläche, zusammen mit den Trittsteinen und Vernetzungsgebieten rund einen Drittel. Die Ökologische Infrastruktur der Schweiz soll auch mit den grenznahen Schutzgebieten und ökologischen Korridoren im benachbarten Ausland verbunden sein.

Die Ökologische Infrastruktur ist ein zentrales Element der Umweltpolitik. Der Bundesrat hat deren Umsetzung mit der Strategie Biodiversität Schweiz 2012 beschlossen. Sie soll vollumfänglich und verbindlich in die raumplanerischen Instrumente integriert und umgehend und sektorübergreifend umgesetzt werden. Das Netzwerk wird auf nationaler, kantonaler und lokaler Ebene geplant und umgesetzt. Die Ökologische Infrastruktur trägt auch massgeblich zur Sicherung wichtiger Leistungen der Ökosysteme für Gesellschaft und Wirtschaft und zur Förderung der Landschaftsqualität bei.

BirdLife Schweiz, seine Kantonalverbände und lokalen Sektionen engagieren sich von der Gemeinde bis zum Bund dafür, dass die Ökologische Infrastruktur umgesetzt wird.

Weitere Links: 

 
 
 

Film von SRF "Was ist eigentlich Biodiversität?"