Wildvogelfütterung



Der beste Weg den Vögeln zu helfen ist die Gestaltung

naturnaher Lebensräume!

Auch eine angepasste Ganzjahresfütterung kann natürliche Lebensräume nicht ersetzen

In natürlichen Lebensräumen finden einheimische Vögel das ganze Jahr über genügend Nahrung.

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Vögel füttern Pro und Contra?

Die Wildvogelfütterung ist schon lange ein heiss diskutiertes Thema. Die bisher vorliegenden Studien zeigen noch kein ganz eindeutiges Bild.

Kompromisslose Befürworter wie Z.B. Prof. Peter Berthold (Ehemals Leiter der Vogelwarte Radolfzell / Max-Planck Institur für Ornithologie) propagieren eine angepasste Ganzjahresfütterung. Besonders wichtig während der Jungenaufzucht!

Argumente:

1. Vögel finden in unseren ausgeräumten Landschaften immer weniger Nahrung (Industrialisierte Landwirtschaft).

2. Vögel unterscheiden instinktiv richtig welche Nahrung sie ihren Jungen anbieten. Durch mehr Futter haben die Vögel mehr eiweissreiche Nahrung (z.B. Insekten) für ihre Jungen, da sie selbst die energiereichen Meisenknödel und Samen verzehren.

3. Die Körpertemperatur der Vögel (ca. 42°) und die extrem schnelle Verdaung macht sie weitgehend immun gegen Keime und Gifte.

Die Gegner einer Ganzjahresfütterung z.B. Vogelwarte Sempach, Birdlife Schweiz, NABU Deutschland empfehlen eine Fütterung nur im Winter bei geschlossener Schneedecke! 

Argumente

1. Mögliche Verbreitung von Krankheiten (z.B. Grünfinken oder Amselsterben), wenn der Futterplatz nicht peinlich sauber gehalten wird. Das Futter soll nicht in Kontakt mit den Ausscheidungen der Tiere kommen!

2. Durch das Füttern überleben auch Tiere, die der natürlichen Selektion zum Opfer gefallen wären. Dadurch werden nicht die besten Gene weitergegeben. Und so wird die Population auf Dauer geschwächt.

3. Vögeln füttern ihren Jungen mit der Nahrung die am einfachsten verfügbar ist. Sie unterscheiden nicht zwischen eiweissreicher Nahrung (Das brauchen die Jungvögel!) und Fetten oder Kohlenhydraten. Es gibt erste Studien, die andeuten, dass Jungvögel, die mit wenig eiweissreicher nahrung gefüttert wurden, weniger fit sind.

4. Das Geld für die Futterkosten ist sinnvoller in die Anlage naturnaher Lebensräume investiert.

5. Einheimische Arten sind an unseren Lebensraum angepasst sind und durch Fütterung fördert man nur die Arten, die sowieso häufig sind und nicht gefährdet.

 

Da die Meinungen soweit auseinander liegen und alle Seiten gute Gründe vorbringen können, spricht unserer Meinung nach nichts dagegen es so zu machen wie man es selbst für richtig hält.

Wir vom Vogelschutz des OV Rikon tendieren aktuell zur Seite von Prof. Berthold.

 

Wer sich tiefer in dieses Thema einlesen möchte, hier ein Link zu Pik Pik.ch! Dort kann man auch Vogelfutter beziehen.

Links:

Infoblatt der Vogelwarte Sempach: Infoblatt Winterfütterung Kleinvögel

NABU Deutschland die Partnerorganisation der Vogelwarte Sempach zu diesem Thema: Vogelfütterung NABU

Ein Artikel in der Tierwelt: Tierwelt Artikel zur Vogelfütterung

Und ein Video zur Ganzjahresfütterung mit Prof. Berthold: 

Sein bekanntes Buch zum Thema:

 

Rotkehlchen, Blaumeise, Tannenmeise, Kleiber, Kohmeise, usw. (Youtubechannel von Paul Dinning) sehr hübsch!