Natur & Vogelschutz


Der stumme Frühling ("Silent spring")

So lautet der Titel des  wissenschaftlichen Bestsellers von Rachel Carsson von 1962, die mit diesem Buch das Massensterben der Vögel als Folge des grossflächigen Einsatzes von DDT publik machte. Damals kam es in der Folge zu einem Verbot dieses Insektizids in der Landwirtschaft.

Trotz dieses schwer erkämpften Erfolges ist es seither eher noch leiser geworden und die Gefahr eines stummen Frühlings rückt immer näher. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass  in den letzen 40 Jahren der Weltvogelbestand an Singvögeln um etwa die Hälfte abgenommen hat. Erwartet wird von den Forschern eine weitere Abnahme um  25 % im Laufe der nächsten 20 Jahre. Neben dem  Einsatz von modernen Insektiziden, wie etwa die Neonikotinoide (allgemeines Insektensterben), bedrohen der zunehmende Lichtsmog (Desorientierung), hohe Lärmemissionen (Männchen finden keinen Partner oder können ihr Revier nicht verteidigen)), spiegelnde Glassfassaden (hunderte Millionen Vögel weltweit), die europaweit verbotene Vogeljagd (Riesige Fangnetze auf den Flugrouten, Delikatesse in vielen europäischen Ländern, obwohl sie längst auf der Liste der aussterbenden Arten stehen) , fehlende Lebensräume (intensivierte Land- und Forstwirtschaft, Überbauung) die grosse Anzahl an freilaufenden Katzen (Vögel sind Wildtiere und offiziell geschützt, Katzen sind strenggenommen eine invasive Art und jeder Katzenbesitzer muss eigentlich dafür sorgen dass seine Katze keinen Vogel tötet) und der schnelle Klimawandel (Die Anpassungsreaktionen der Populationen sind häufig zu langsam) den weltweiten Bestand. Besonders die Langstreckenzieher und die Insektenfresser sind gefährdet. Aber auch die sogenannten Allerweltsvögel (Generalisten) nehmen in ihrem Bestand kontinuierlich ab.

Sinngemäss zitiert aus "Singvögel in Not", Arte 2015

Aktueller Biodiversitätsbericht der Schweiz 2014: 

Zustand Biodiversität Schweiz 2014.PDF

Blaumeise

Andere Studien zeigen aber auch, dass der Artenreichtum in den Städten eher zunimmt, während er auf den landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Flächen überproportional abnimmt. Siedlungsräume werden daher als Lebensraum für Vögel und andere Tiere immer wichtiger. Wir vom OV Rikon möchten was uns möglich ist dazu beitragen einen vielfältigen Lebensraum in unserer Gemeinde zu erhalten. 

Als Hilfe für Vögel im Siedlungsraum ist die naturnahe Anlage von Gärten alternativlos. Aber auch die angepasste Ganzjahresfütterung und das Anbringen von Nisthilfen können helfen. Speziell Höhlenbrüter sind ganz auf die „künstlichen Höhlen“ angewiesen. Darüberhinaus sind wir der Meinung, dass man nur sieht was man kennt. Und man wird auch nur das wertschätzen und schützen was man kennt. Daher bemühen wir uns darum Ihnen unsere heimische Natur, insbesondere die Vogelwelt näherzubringen. Durch verschiedene Informationsstände an lokalen Anlässen, durch Vogelexkursionen oder eben durch diese Webseite.

Zu unseren Aktivitäten gehören die- Herstellung und Anbringung von Nisthilfen für Vögel, Beratung bei der Anlage von naturnahen Gärten, bei der Wildvogelfütterung und Vermittlung von Informationen zu den einheimischen Vogelarten.

Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn Sie bei uns mit machen. Helfer beim Bau, dem Unterhalt und der Anbringung von Nisthilfen oder bei der Organisation und Durchführung von Anlässen sind immer gesucht. Aber auch spezielle Beobachtungen von Vögeln, Fotos und Filme, auch von früher, auf denen die Vogelwelt zu sehen oder zu hören ist, würden uns helfen.

Edgar (Siddhen) Druffel (Obmann Vogelschutz) Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Kerstin Schmidberger (Stv. Obfrau Vogelschutz)

 

 


 

Sehenswerte Dokumentationen über die aktuellen Probleme der Singvögel:

Deutschland WDR 2016:    "Ausgezwitschert, unsere Singvögel in Gefahr"  

 

 

Planet Wissen 11.05.2009:   "Heimische Vögel in Gefahr"