Nistkästen

Warum Nistkästen?

Höhlenbrüter finden in unseren rationalisierten Land-schaften kaum noch natürliche Höhlen und sind deshalb auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Nistkästen sind heute ein wichtiger Baustein des Artenschutzes, wenn der Lebensraum für die Tiere stimmt.

Von der Schädlingsbekämpfung zum Artenschutz

Nisthilfen für Höhlenbrüter haben bei uns eine lange Tradition. Die ersten bekannten künstlichen Nisthilfen für höhlenbrütende Vögel in Mitteleuropa dienten allerdings noch der Fleischproduktion ("Starentöpfe"). Später kam dann ihr Einsatz in der Schädlingsbekämpfung der Forstwirtschaft hinzu. Die Forstwirte haben versucht die Meisenpopulationen als Schädlingsbekämpfer im Wald zu fördern, weil sie erkannten, dass es in den Wirtschaftswäldern mit den jungen Bäumen viel zu wenige natürliche Nisthöhlen gibt. Dabei dienten ursprünglich Spechthöhlen, die aus gefällten Bäumen herausgeschnitten wurden, als Vorlage für den Nistkastenbau (Berlepsch).

 

     

 

star am nistkasten

Ein Star inspiziert einen Nistkasten im Garten.

Die Idee der Schädlingsbekämpfung und das Erstarken des Naturschutzgedankens, brachten die "Meisenkästen" auch in den Siedlungsraum mit seinem traditionellen Obst und Gartenbau. Vögel füttern ihre Jungen mit Insekten, weil diese Proteine zum Wachstum brauchen. Dadurch vernichten sie viele Schädlinge in der unmittelbaren Umgebung. Die Alttiere suchen sich ihre Nahrung möglichst in der Nähe ihres Nestes. Bei bis zu mehreren hundert Anflügen am Tag in der Fütterungsperiode können sie sich keine weiten Flüge leisten. Der Energieverbrauch wäre zu hoch. Einige Forscher gehen davon aus, dass die flächendeckende Verbreitung von Nistkästen die Ausbreitung der Meisen gefördert hat.

Nisthilfen ersetzen kein fehlendes Nahrungsangebot

Mit dem Verschwinden der extensiven Landwirtschaft und dem Zerfall kleinbäuerlicher Strukturen steht heutzutage beim Vogelschutz nicht mehr der Nistplatzmangel im Vordergrund, sondern fehlender Lebensraum und das fehlende Nahrungsangebot. In den grünen Wüsten industrieller Landwirtschaft und den sterilisierten Gärten moderner Siedlungen, finden Vögel heute nicht mehr genügend Nahrung. Es fehlen ausreichend natürliche, ökologische Flächen in Stadt und Land, die unsere Vögel mit Samen und Insekten ernähren könnten. Deshab schaut man heute beim Aufhängen von Nistkästen viel genauer auf den Lebensraum und versucht gezielter zu fördern, besonders die bedrohten Arten. Dabei stellt man sich folgende Fragen: Was ist das für ein Lebensraum in dem ich Nisthilfen installieren möchte?  Wie ist das Nahrungsangebot und die Nahrungskonkurrenz? Welche Vögel erwarte ich hier? Welche habe ich hier schon gesehen? Welche Arten gab es hier früher?

Der vogelfreundliche Garten

Nistkastenbetreuung im OV Rikon 

Der OV Rikon betreut zurzeit etwa 170 Nisthilfen auf dem Gemeindegebiet.

Hier finden Sie alle weiteren Infos zum Thema Nisthilfen! Nistkastenbetreuer immer gesucht!

 

Der Bau und der Unterhalt von Nistkästen für Vögel hat im OV Rikon eine lange Tradition

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